„Entplastiken2“ – Was machen mit Plastikgegenstände, die eigentlich brauchbar sind, die man aber nicht mehr will

Als ich vor einiger Zeit begann, mich mit dem Plastik in meinem Haushalt auseinander zu setzen, fiel mir auf, wie viel aus Plastik ist. Neben einem Sortiment aus diversen Aufbewahrungsbehältern, Frischhalte- und Vorratsboxen bestehen natürlich Küchengeräte wie Kühlschrank, Wasserkocher und viele weitere Haushaltsgegenstände aus Plastik. Auf viele kann man gut verzichten bzw. Alternativen finden, auf andere kann und will ich ehrlich gesagt nicht verzichten. Also meinen Kühlschrank möchte ich dann doch nicht vermissen…  

Aber bei den Gegenständen, auf die man gut verzichten kann, bzw. plastikfreie Alternativen zu finden sind, stelle ich seit dem ersten Blogeintrag Stück für Stück um.  Also bin ich damit schon ein paar Jahre „beschäftigt“.

Nun kann man sagen, dass das schon eine ziemlich lange Zeit ist und nicht wirklich vorwärts geht. Das stimmt zwar, aber ich habe ja auch noch ein Leben außerhalb des plastic planet und dazu möchte ich das Plastik nicht wegwerfen, denn das wäre alles andere als gut für die Umwelt und damit nicht in meinem Sinne. Und zum anderem muss teilweise ja auch erst einmal eine plastikfreie Alternative gefunden werden. Da ich ungern neu kaufe, dauert es manchmal eben, bis mir die plastikfreie Alternative gebraucht über den Weg läuft. Aber, manchmal gibt es tolle Zufälle, dazu aber wann anders mehr.

Nun, wohin mit den Plastiksachen (kein Einweg, darum ging es im 1. Beitrag, und da muss man halt Aufbrauchen), wenn man denn auf den Gegenstand verzichten kann bzw. eine Alternative gefunden hat:

1. Andere Nutzung: Plastikaufbewahrungen wollte ich zunächst nicht mehr im Lebensmittelbereich haben, da mir die Gefahr, das mögliche gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe auf meine Nahrung übergehen könnten, zu groß war. In meinem „Arbeitszimmer“ zur Aufbewahrung von Bastelzeug oder ähnlichem machte mir das zunächst nichts aus und so konnte ich da einige Sachen weiter nutzen. (Zwischenzeitlich will ich auch da möglichst kein Plastik haben und ersetze auch dort alles mit Pappschachteln oder ähnlichem.) Ich glaube aber, dass ich mit meiner Einstellung sehr stringend bin und  sich viele Plastikgegner auf die Küche/Lebensmittel/Hygiene beschränken und durchaus diese Möglichkeit der Nutzung von Plastik in solchen Bereichen durchaus als sinnvoll erachten. Es ist auf jeden Fall sinnvoller als Plastik wegzuwerfen. (Es gibt auch Künstler, die Plastikprodukte zu Skulpturen verarbeiten. Eine andere Nutzung im Sinne von Upcycling (Blumentöpfe, wobei ich das auch fragwürdig finde) ist natürlich auch immer möglich.)

2. Wegwerfen: Trotz allem muss man diese Möglichkeit des „Entplastikens“ manchmal in Betracht ziehen. Für mich war das die einzige Möglichkeit, wenn das Plastik brüchig ist. Vor allem im Lebensmittelbereich ist bröseliges Plastik besonders gefährlich. Bei Schneidebrettern können beispielsweise kleine Plastikteile in die Nahrung gelangen und im Körper hormonell wirken. Diese Gegenstände würde ich keinem anderem geben wollen, da die Gesundheitsrisiken da noch höher sind. Bei mir betraf das nur ein (bzw. das einzige) Plastikschneidebrett, dass sich in meinem Haushalt fand. Zunächst hatte ich es noch als Schneideunterlage im Arbeitszimmer genutzt, aber als es dann schon fast auseinander fiel, habe ich es entsorgt. Wegwerfen sollte wirklich nur dann als Lösung gesehen werden, wenn keine andere Nutzung möglich ist!

3. Verkaufen, verschenken, spenden: Nur weil man selbst kein Plastik im Haushalt möchte, trifft das ja nicht auf all unsere Mitmenschen zu. Ich habe festgestellt, dass viele zwar über die Gefährdung wissen, es ihnen aber nichts ausmacht. Meine Mutter meinte, sie hat jetzt schon so lange damit gelebt, das würde sie jetzt auch nicht mehr umbringen. Und ich bin mir durchaus bewusst, dass sich das Beschäftigen mit der Plastikproblematik und das Vermeiden-Wollen von Einwegplastik ein absolutes Luxusproblem ist. Wenn ich jeden Cent umdrehen muss oder noch nicht einmal einen Cent habe, den ich umdrehen könnte, ist es mir egal, wie meine Lebensmittel aufbewahrt werden, hauptsache sie bleiben essbar. Ich erzähle eigentlich meistens bei den interessierten Käufern/Freunde, warum ich mich von dem Plastik trenne, aber sie wollen es trotzdem haben. Ich bin der Meinung, dass jeder selbst seine Entscheidungen treffen soll. Klar, ich bin gegen Einwegplastik und finde, dass da auch die Politik noch einiges tun könnte, um die Müllberge zu verkleinern, aber bei Mehrwegplastik muss jeder für sich entscheiden, ob er die Risiken tragen möchte oder nicht. Bzw. viele können gar nicht entscheiden und sind einfach nur froh, dass sie etwas gefunden haben, aber das kann ich leider auch nicht ändern, auch wenn ich das gerne tun würde. Und zum anderen kann man ja auch mit diesen Plastikgegenständen viel Einwegplastik und -müll vermeiden. Dementsprechend bin ich froh, dass ich (meist dankbare) Abnehmer habe, denn ich habe für mich entschieden, dass ich mit möglichst wenig Plastik leben möchte. (Hinzu kommt, dass ich schon immer auf Holz etc. stehe und ich diese Materialien und Naturtöne ästhetischer finde als quitschbuntes Plastik. Andere haben eben aber auch andere Geschmäcker und das macht die Menschheit ja auch aus.)

– Verkaufen: in diversen Blogs wird berichtet, dass sich vor allem Tupperware sehr gut verkaufen lässt. Ich persönlich habe nichts verkauft, da mir der Aufwand einfach zu groß war (oder ich zu faul dafür). Plattformen sind z.B. ebay, fairmondo und viele mehr… (Vorteil: das „verdiente“ Geld kann man dann gut in plastikfreie Alternativen investieren)

– Verschenken: Freunde, Kollegen, Familie habe ich teilweise gefragt, bzw. ein Freund erzählte mir, dass sein Wasserkocher kaputt sei, und er einen neuen brauchte. Zu dem Zeitpunkt wohnte ich noch in einer WG mit mehreren Wasserkochern und schenkte ihm meinen, der zum Großteil aus Plastik bestand. Das war ihm aber egal. Als ich nun in eine eigene Wohnung mit meinem Freund gezogen sind, kauften wir uns einen ohne Plastik. Neben einem offenem Ohr bei Bekannten und dem Anbieten bleiben noch „Verschenke“-Boxen vor der Tür oder Anzeigen bei diversen Online-Portalen sowie Tauschregalen oder ähnlichem.

– Spenden: Wem das zu viel Aufwand ist und mehreres auf einmal los werden möchte, kann bei Diakonieläden, Obdachlosenheimen oder aktuell bei Flüchtlingsheimen seine Gegenstände abgeben und ihnen damit die Möglichkeit eines „zweiten“ Lebens geben. (Meinen Wassersprudler spendete ich dem Kinderheim, in dem ich einen Teil meines Referendariats absolviert habe, da die Kinder dort nur Leitungswasser zu trinken bekamen. Durch den Zusammenzug mit meinem Freund hatten wir zwei, wobei seiner sogar die Variante mit den Glasflaschen ist. Die Kids haben sich jedenfalls mega gefreut, auch mal Sprudel trinken zu können und wir hatten keine zwei Sprudler rumstehen. Win-Win!)
Diese Möglichkeiten sind nun keine Neuigkeiten und bewegen nicht die Welt, ich wollte nur zeigen, dass es je nach Grad des Plastikmeidens verschiedene Wege gibt, seine „ungeliebten“ Plastikgegenstände aus seinem Leben zu entsorgen und sie dennoch nicht wegzuwerfen, sodass unsere Müllberge nicht noch größer werden. Klar ist, dass das Thema ebenso wie Minimalismus absolute „Luxusprobleme“ sind und sicherlich nicht jeder die (finanzielle) Möglichkeit und Zeit hat, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Auch trägt jeder selbst die Entscheidung, ob er sich mit Plastik umgeben möchte oder nicht. Ich denke, dass durch die zahlreichen Dokumentationen die Gefahren nicht nur bei „Ökos“ bekannt ist und ich nicht aufklären oder gar missionieren muss (ein paar Freunde will man ja noch behalten). Ich unterstreiche nochmal: ich für mich möchte möglichst wenig Plastik in meinem Leben, auf meiner Meinung nach notwendige Haushaltsgeräte würde ich trotzdem ungern verzichten. Ich bin froh, wenn ich Abnehmer für meine Plastikschüsseln etc finde und sie nicht wegwerfen muss, denn das wäre wirklich unökologisch. 

Beim nächsten Teil wirds hoffentlich wieder ein wenig spannender als die Aufzählung bzw. Zusammenfassung bekannter Möglichkeiten.

Am Wochenende haben wir Freunde zum Brunch eingeladen. Er wird zwar nicht vegan, Käse wollen wir ihnen schon anbieten, aber zumindest vegetarisch (die beiden sind absolute Fleischfans) und hoffentlich zero waste. Zumindest ist das der Plan und die Mandeln für die Milch sowie die Cashews für eine vegane Nutella-Variante weichen auch schon ein. Morgen kaufen wir auf dem Markt und bei Anna die restlichen Zutaten und ich hoffe, dass ich auch ein Foto machen werde. Die vegane Nutella mach ich das erste Mal, wenn sie uns schmeckt, werde ich bei Gelegnheit auch das Rezept posten.

Bis dahin ein schönes Wochenende!

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