„Entplastiken3“ – Gewürze und Kräuter

Lange geplant, lange angekündigt und lange vorbereitet. Nun endlich fertig.

Momentan dreht sich unser Entplastiken ja noch um die Küche und die Gewürze möchte ich als besonderen Teil hervorheben. Weil irgendwie wäre es doch ganz einfach, da plastikfrei zu sein. Oder nicht?

Ein Blick aufs Gewürzregal (hier der Link, wie man sich diese einfach aus Paletten selbst machen kann) zeigt Folgendes:


Total überfüllt, Gläser, selbst-upgecycelte Dosen und Plastiktütchen bunt durcheinander gemischt. Nur die obere Reihe (Essig und Öle) sind tatsächlich „plastikfrei“ (Deckel mal ausgenommen). Ein buntes Sammelsurium aus Käufen aus verschiedensten Lebensphasen und die Zusammenlegung zweier Haushalte.

Ich vermute mal, dass ich nicht die Einzige bin, bei der das so oder so ähnlich aussieht. Um mir einen Überblick zu verschaffen, habe ich erstmal alles auf die Arbeitsfläche geräumt und gleich zu gleich sortiert.


Bei den gleichen Sachen habe ich zusammengeschüttet, was ging. Und zwar in die plastikfreieste Variante. Dazu zähle ich auch die Glasmühlen, die einen Plastikkopf haben. Sofern ich den Kopf abschrauben und dadurch nachfüllen kann, werde ich sie behalten.


Das geht zum Beispiel bei den Mühlen von Herbaria. Dort habe ich das Pizza-Gewürz aus der Plastiktüte nachgefüllt. Auch bei der Mühle von Jamie Oliver (von meinem Liebsten) war dies möglich. Bei den anderen nicht, die müssen dann also leider entsorgt werden.

Viele andere Sachen habe ich in kleine Gläschen gefüllt und diese dann mit einem wasserlöslichen Edding beschriftet. Dadurch konnte ich fast alle Plastikverpackungen „leeren“ und habe folgenden Müll produziert, der aber zukünftig nicht mehr anfallen wird. Versprochen!

Das Doppelte habe ich dann in eine schöne Holzkiste sortiert und mir auf unserer Vorratsliste notiert, was noch alles da ist. So werden wir es kein drittes (oder viertes oder fünftes) Mal nachkaufen. Aber es steht auch nicht mehr im Weg rum und dadurch, dass von jeder Sache jetzt nur noch eins im Regal ist, wird das hoffentlich aufgebraucht und der Nachschub kann dann entweder aus den Vorräten kommen oder nachgekauft werden.

Nachkaufen, aber wie?! Schließlich wollen wir ja keinen neuen Müll kaufen! Am besten sollten sie nicht nur plastikfrei sein, sondern auch gänzliche unverpackt! Genug Behälter und Mühlen sind ja da!

Und jetzt kommen die Möglichkeiten, die auf der Hand liegen:

  • in einem Unverpackt-Laden
  • auf dem Wochenmarkt bieten ab und zu einige Stände Kräuter und Gewürze an, die unverpackt bzw. in einer Papiertüte gekauft werden können
  • selber ziehen! Einge Küchenkräuter lassen sich leicht selber ziehen

Jaja, die Ica wieder. Na toll, denken jetzt sicherlich einige, nicht jeder von uns hat das Glück, in einer der wenigen Städte zu leben, in dem es einen solchen Laden gibt. Oder haben die Zeit, Kräuter selber zu ziehen. Und da wollte ich jetzt wie ein Held auf einem Ross angestürmt kommen und mit wehendem Haar die Lösung präsentieren… Im Internet habe ich bei meiner Recherche zu diesem Beitrag häufig gefunden, dass die „Brecht“ Nachfüllgewürze nur in Pappe verpackt wären. Diese gibt es unter anderem im Internet oder in Reformhäuser. Und das musste ich natürlich herausfinden.

Also ab ins Reformhaus (das gibt es ja wirklich fast flächendeckend in Deutschland) und Schütteltest gemacht. Es klang super. Gemeinsam mit meiner besseren Hälfte, der mithorchte, waren wir fest davon überzeugt, dass das die Lösung sei:


Der Sturz von meinem Ross folgte dann relativ schnell:


Ich weiß nicht genau, was das für ein Folienverbund ist. Jedenfalls ist diese Verpackung durch das Verschweißen und Verkleben der verschiedenen Materialien nicht recyclebar und somit hat sich dieser Tipp nicht bestätigen können.

Aber zwei kleine Tipps hab ich dennoch: auf keinen Fall die Nachfüllplastiktütchen kaufen. Dann lieber die Kräuter und Gewürze von Herbaria. Die sind weitestgehend aus Glas (also die Behälter, nicht die Gewürze), der Deckel lässt sich gut abnehmen und vielleicht gibt es bald flächendeckend verpackungsfreie Angebote. Bis dann das Gewürz aufgebraucht ist, haben wir die Politik so weit. Diese Gewürze und viele andere in Glas gibt es meist in konventionellen Supermärkten. Auch einige Kräuter (von Fuchs) gibt es dort im Glas.

Und als zweiten Tipp für plastikfreie Gewürze kann ich euch den „Türken“ empfehlen (ich meine das keinesfalls rassistisch. Im Heimatort meines Freundes gibt es einen solchen Laden und er wird von allen so genannt. In etwa so wie in „Die Blumen des Korans“ der Araber (der noch nicht mal Araber ist)). In vielen Dönerläden und Imbissen gibt es meist noch ein Angebot aus verschiedenen Linsen, Ayran etc. Meist werden dort auch Gewürze angeboten, und diese oft im Glas (das kann dann entweder in einem Uverpackt-Laden nachgefüllt werden, mit eigenen Kräutern oder anderweitig weiter benutzt werden).

So, nachdem ich meine Kräuter und Gewürze nun entplastikt habe, möchte ich in diesem Bereich keinen Müll mehr produzieren. Die vorhandenen Gefäße werden bei mir also aufgefüllt. Entweder im unverpackt-Laden, auf dem Markt oder durch eigene Kräuter. Ansonsten ist auch das Angebot in normalen Supermärkten relativ groß, was Glasverpackungen (mit Plastikdeckeln) betrifft. Da werde ich aber auf die Marke achten, damit ich den Deckel abschrauben kann und das Gefäß wieder befüllen kann.

Um auf den Anfang des Beitrags zurückzukommen. Plastik und Müll bei Gewürzen zu reduzieren ist einfacher als unverpacktes Klopapier zu finden. Zero waste bei Gewürzen und Kräuter ist aber ohne Unverpackt-Laden kaum möglich. Oder kennt ihr noch Alternativen zu den genannten?

Und zum Abschied ein Blick auf mein sortiertes und weitestgehend plastikfreie Gewürzregal:

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16 Antworten zu „Entplastiken3“ – Gewürze und Kräuter

  1. Grünzeug schreibt:

    Der Tipp, im türkischen Laden zu kaufen, ist Gold wert. Nicht nur, dass sie dort eigentlich alle Gewürze im Glas anbieten (ich kaufe diese nur noch dort) – auch andere spannende und sehr gesunde Lebensmittel (man denke nur an die vielen Hülsenfrüchte, Okra-Schoten, Tomaten- und Paprikamark, Nüsse, Samen, Kerne, Trockenfrüchte, exotische Reisarten…) kann man dort entdecken und für einen erschwinglichen Preis erwerben.

    Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  2. Ilka schreibt:

    Wir behalten unsere Glasmühlen auch und verwenden sie weiter. Das mit dem Brecht-Gewürz ist ja sehr schade. Wir hatten grade den gleichen Fehlgriff mit Kartoffelpüree vom Bioladen (die Kinder lieben diesen Kartoffelbrei so und gewöhnen sich nicht so gern an den Selbstgemachten). Wieso muss auch der vom Bioladen in Plastik eingeschweist sein?
    Bei uns ist es mit Curry problematisch. Wir kriegen zwar Curry unverpackt, aber der ist so scharf, dass wir ihn nicht verwenden können. Bisher hat mein Mann noch einfach eingeschweisten weiter gekauft. Auf lange Sicht werden wir allerdings die Curryzutaten unverpackt kaufen und ihn uns dann zu Hause selber mischen.
    Wenn ich nicht die Option zum unverpackten einkaufen hätte, würde ich auch den Großteil unserer Einkäufe beim „Türken“ erledigen. Allein auch schon wegen all der Großgebinde an Hülsenfrüchten und Reis, die man dort bekommen kann.
    Liebe Grüße, Ilka

  3. sanftmut schreibt:

    Mit Tee geht es mir gerade ganz ähnlich: Der lose Tee ist in der Papiertüte in einer Plastiktüte. Der Beuteltee produziert Papier- und teilweise Metallmüll, wenn die Beutel geklammert sind. Mein erster Versuch, Birne zu trocknen, ist gescheitert.

    • Ica schreibt:

      Da triffst du einen Nerv! Als ich gestern so im Schwung war, habe ich mir gleich noch unseren Tee-Vorrat vorgenommen. Unsere losen Teesorten konnte ich aber alle in Vorratsgläser oder -dosen umfüllen und auch der Beutelteevorrat ist schon etwas geschrumpft. Ich denke, dass der lose Tee immer noch besser ist, da er nur die eine Tüte an Müll produziert und nicht auch noch ne Packverpackung. Auch wenn bis auf die Klammer bei den Beuteln eigentlich alles verrottet, musste es ja doch auch produziert werden. Oder sehe ich das falsch? Also wenn man nicht nur den entstandenen Abfall betrachtet, sondern auch, wie die Verpackungen produziert wurde… Außerdem ist der lose Tee billiger und dadurch auch mit Fairtrade-Standards bezahlbar…
      Der Unverpackt-Laden in Heidelberg bietet neuerdings auch Tee an. Allerdings hat ja nicht jeder die Möglichkeit einen solchen Laden in der Nähe zu haben, also bleibt nur selber machen. Ich versuche heute mal die Orangenschalen zu trocknen. Mit Birne hab ich es noch nie gehört. Möchte im Sommer auch selbst Kräuter trocknen für Tee und Äpfel 🙂 Vielleicht klappt es im Sommer besser, wenn es wärmer ist? Bin gespannt, auf unsere weiteren Versuche! Habe mir auch schon länger vorgenommen, mal die Teeläden (in HD gibt es einige) zu besuchen und zu schauen, ob die die losen Tee unverpackt verkaufen… Ich werde hier berichten, wenn du magst?! Oder wir machen einen verpackungsfreien Teeladen auf 😀
      Herzliche Grüße und viel Erfolg bei den weiteren Tee-Versuchen!

      • sanftmut schreibt:

        Ja, wenn man auch noch die Produktion betrachtet, hast du ganz sicher recht! Ich meine, sogar schon Läden gesehen zu haben, in denen man Tee aus Dosen abgefüllt bekommt. Ich habe jetzt schon das dritte Mal versucht, Minze anzubauen, aber die Blattläuse kommen dafür extra auf den Balkon und wenn ich sie dann bekämpft habe, geht die Pflanze trotzdem ein. Ich bekomme zum Glück von meiner Oma regelmäßig getrocknete Minze. Aber ich liebe Früchtetee (v.a. mit Birne oder Apfel). Sicherlich war meine Birne einfach nicht aromatisch genug und hat deshalb auch nicht geschmeckt.
        Ich muss mich mal erkundigen, ob es hier auch einen Unverpacktladen gibt. Momentan versuche ich durch Großabpackungen wenig Müll zu produzieren. Allerdings war ich arg enttäuscht, dass meine fünf Kilo Reis im Reissack doch noch in Plastik eingepackt sind.
        Orangenschalen wollte ich auch noch probieren. Mir waren aber die Bioorangen meistens zu teuer. Mein Miniorangenbaum meckert leider auch herum und der Zitronenbaum hat uns sicherlich den letzten Winter auf dem Balkon übel genommen und aus Protest gar nicht erst geblüht.
        Einen eigenen Laden würde ich echt manchmal gerne aufmachen: Einen Secondhand-kostnix-bastel-unverpackt-Laden mit angegliedertem Kulturzentrum (inkl. Reparaturcafe) und Gemeinschaftsgarten. Vllt finde ich ja irgendwann einen Vermieter, der sich mit selbst gestrickten Socken und einem Lächeln bezahlen lässt :))

      • Esther schreibt:

        Den Laden würde ich gerne besuchen 🙂 Ich hatte auch schon tolle Ideen, aber 2000,- teure Socken pro Monat kauft ja keiner 😉

      • Ica schreibt:

        Bei dem Laden mach ich sofort mit 😉 lächle auch und stricke Schals oder bebacke den Vermieter… Das kann ich besser als Stricken. Also – bisher – ahnungsloser Mensch, der du eine tolle Ladenfläche hast und auf selbstgestrickte Sachen und Leckereien stehst, bitte melden!

      • sanftmut schreibt:

        PS: Und JA, bitte weiter berichten. Ich lese deine Beiträge sehr gerne!

      • Ica schreibt:

        Dankeschön!

  4. Esther schreibt:

    Auf den Herrn Brecht bin ich auch reingefallen, aber das passiert nur einmal 🙂

  5. ichbindannmalminimal schreibt:

    Cooles Gewürzregal !

  6. Nicole schreibt:

    Ich habe heute Nacht, als ich nicht schlafen konnte, erst entdeckt dass es eine WordPress App gibt. Nun kam mir dein Blog entgegen und ich bin echt begeistert. Mir war nicht so ganz klar, dass es so viele andere Menschen gibt die versuchen Müll und vor allen Dingen Plastik zu reduzieren. Klasse! Ich schmöker nun mal weiter durch deinen Blog 🙂

    • Ica schreibt:

      Hallo Nicole, ich glaube, es werden immer mehr 🙂 freut mich, dass dir mein Blog entgegen kam. Ich hoffe, dir gefällt das ein oder andere! Liebe Grüße, Ica

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