„Entplastiken4“- Zähne putzen: vegan, plastikfrei und zero waste!

So, wie bereits im letzten Post angekündigt, hier die Fortsetzung der Entplastiken-Reihe. Nach der fast plastikfreien Haarentfernung und den verschiedenen plastikfreien Haarwaschmöglichkeiten (Teil 1 und Teil 2) geht es nun um unsere Beißerle.

Ich habe inzwischen drei Möglichkeiten ausprobiert und bin mit allen dreien sehr zufrieden (im Gegensatz zu der männlichen Seite in unserem Haushalt).

Meine plastikfreie Zahnputzausrüstung sieht jetzt so aus:

Als erste plastikfreie Variante habe ich mir im Internet die Bambuszahnbürste von Hydrophil bestellt. Diese kommt in einer Pappschachtel mit einem kleinen Papierchen, was aber alles ins Altpapier wandert. Die Zahnbürste selbst ist kompostierbar. Somit eine plastikfreie Alternative zu den handelsüblichen Varianten.

Ich gebe zu, man muss sich zunächst an das Holz im Mund gewöhnen, dann putzt es sich nicht anders als davor. Die männliche Seite des Haushaltes hält an seiner elektrischen Zahnbürste fest. Aber jeder, wie er will.

Nachdem dann unsere Zahnputzcreme aufgebraucht war, haben wir als erstes Schlämmkreide als Zahnputzersatz ausprobiert. Dazu feuchtet man seine Zahnbürste an, geht mit der feuchten Bürste ins Pulver, klopft überschüssiges Pulver ab und schrubbt sich dann wie immer die Beißerle. Da es nicht schäumt und eigentlich nach gar nichts schmeckt, ist am Anfang ziemlich gewöhnungsbedürftig, ist man doch den Frische-Kick von dem ganzen Chemie-Zeug gewöhnt. Aber nach dem Zähneputzen fühlen sich die Zähne super glatt an und auch wenn es keinen Frische-Kick gibt, hat man zumindest keinen unangenehmen Geschmack mehr im Mund. Im Internet habe ich gelesen (die Quelle finde ich nicht mehr), dass Schlämmkreide als Zahnputzmittel für Veganer gut wäre, da sie im Gegensatz zu den Industrie-Chemiekeulen nicht die Mundflora killen. Dadurch überleben irgendwelche Bakterien die Putzaktion, die nicht schädlich sind, sondern zumindest in kleinen Mengen Vitamin B12 produzieren. Ob das wirklich stimmt, habe ich aber nicht weiter recherchiert (Pippi-Langstrumpf-Prinzip: ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt 😉 ).

Während unserer Testphase der Schlämmkreide hatte der Herr des Hauses einen Zahnarzttermin. Dort erwähnte er, dass er seine Zähne mit Schlämmkreide reinigt und der Zahnarzt hatte diesbezüglich keine Bedenken und war mit den Beißerle ausnahmsweise anstandslos zufrieden :). Der Herr des Hauses war mit der Schlämmkreide allerdings nicht anstandslos zufrieden. Ihm fehlte der Frische-Kick und zufällig entdeckten wir feste Zahncreme, die wir dann auch gleich bestellten.

Das Putzen mit der festen Zahncreme funktioniert ähnlich dem Putzen mit Schlämmkreide. Zahnbürste anfeuchten und ein paar Sekunden in Kreisbewegungen über den Zahncremeblock schrubben. Es schäumt ganz leicht. Schaum aufnehmen und ab in den Mund und losputzen. Man merkt, dass in dieser Zahncreme Minze enthalten ist, denn der Frische-Kick ist da! Der Atem wird auch schön frisch und die Zähne werden glatt. Allerdings hat diese Variante dem Herrn auch nicht gefallen, er meinte, es spritze so viel, wenn er mit der Zahnbürste über die feste Creme rubbelt. (Hm, grad fällt mir auf, vielleicht hatte er seine elektrische Bürste schon an… Dann könnte ich mir das tatsächlich vorstellen…) Denn bei mir fand ich nicht, dass es mich oder das ganze Bad vollspritze. Ich mag den frischen Geschmack und hatte so für mich die Lösung gefunden, morgens die feste Zahncreme zu nutzen und abends die Schlämmkreide.

Der Herr des Hauses hat sich dann aber prompt konventionelle Zahncreme in einer Plastiktube gekauft und ich dachte, irgendeine Alternative müssen wir für ihn auch noch finden. Eine, die nicht spritzt und einen Frische-Kick verspricht. Und dann bot Anna in ihrem Unverpackt-Laden Zahnputztabs an (ich glaube, Lush bietet auch welche an. Ansonsten gibt es sie im Internet zu bestellen). Zunächst zierte sich der Herr und wollte nicht so recht, aber als wir beim letzten Einkauf noch ein Glas über hatten, haben wir ein paar mitgenommen und kaum waren wir zu Hause, hat er sich die Zähne geputzt. Und siehe da, endlich eine plastikfreie, ja sogar zero waste, Lösung, die den Hausherrn glücklich macht!

Die Funktionsweise ist ziemlich einfach. Tab in den Mund nehmen, etwas zerkauen und dann mit der Zahnbürste schrubben. Gibt einen herrlich frischen Geschmack im Mund und aalglatte Beißerle! Der nun zufrieden gestellte Herr stellte mit frischsten Atem fest, dass das ja für Unterwegs eine super Lösung sei, da man einfach nur diese Dinge in einem Papiertütchen mitnehmen muss. So weit hatte ich noch gar nicht gedacht, aber da hat er natürlich vollkommen recht!

Apropos Wandern und Unterwegs sein. Ganz zu Beginn meiner plastikfreien Zeit hatte ich mir mal Miswak-Zweige bestellt. Mit diesen kleinen Holzstückchen kann man einfach und überall und ohne Wasser seine Zähne putzen. Allerdings habe ich noch keinen Anbieter gefunden, der nicht jeden Zweig in ein extra Plastiktütchen verpackt… 😦

Neben diesen 3 (4) Varianten kann man sich noch aus Kokosöl selbst Zahncreme herstellen (teilweise wird dazu mit Natron gemischt, teilweise mit Schlämmkreide, manchmal auch mit Birkenzucker und je nach Geschmack Pfefferminzpulver oder Öl) oder Birkenzucker (Xylit) wie Schlämmkreide verwenden. Diese Alternativen habe ich aber noch nicht ausprobiert, auf anderen Plastikfrei-Blogs gibt es dazu aber einige Rezepte und Erfahrungsberichte. Ich bin mit meinen drei Varianten sehr zufrieden und wechsle zwischen ihnen nach Lust und Laune hin und her. Wobei ich mich, wenn ich alles aufgebraucht habe, wohl auf die Zahntabs festlegen werde, da sie komplett zero-waste sind und ich sie vor Ort kaufen kann ohne im Internet zu bestellen. Vielleicht probiere ich dann aber auch mal Xylit oder eine selbstgemachte Creme aus… wer weiß.

In diesem Sinne: bleibt plastikfrei sauber!

 

PS: ich bekomme keinerlei Provision oder sonst etwas für das Empfehlen von Produkten. Ich empfehle sie hier deswegen weiter, weil ich mit ihnen gute Erfahrungen gemacht habe!

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20 Antworten zu „Entplastiken4“- Zähne putzen: vegan, plastikfrei und zero waste!

  1. kat+susann schreibt:

    Klasse, danke danke ! Da werd ich gleich mal gucken wo was bestellen.. Meine Zahnpasta ist fast alle… super das du es ausprobiert hast und das hier teilst.. da weiss ich doch gleich.. solche Tabs z.B. sind nix..weder er noch ich .. hier im Haushalt können ohne Würgerei normale Tabl. zerkauen..
    Gerade die Zahnbürsten, die man ja alle 2 Wochen angeblich welchseln soll, lagen mir im Magen. Ich werds probieren und berichten..
    Hast du auch schon Deo selber gemacht ? Habs glaube ich hier noch nicht gesehen bei dir.. oder ?!
    liebe Grüsse
    S.

    • Ica schreibt:

      Ich habe glaube ich alles beim Avocado Store bestellt. Deo habe ich mal selbst aus Natron und Wasser gemacht, das ist auch hier auf dem Blog zu finden. Zwischenzeitlich mache ich mein Deo aber anders, Rezept könnte ich nächste Woche Posten! LG, Ica

      • kat+susann schreibt:

        Noch ein guter Tipp von dir.. der store ! Ich hab bis jetzt in 2 verschiedenen shops bestellt.. Und habe vorhin sowas wie n Deostein gefunden.. aber nicht son n Kristalldings, was kl. Entzündgen macht und so den schweisst hemmt..
        Wenns passt.. gern.. das Rezept posten.. und noch was.. Wie hälst du es mit ätherischen Ölen..? Eigentlich dürften die ja gar nicht ins Abwasser kommen…
        S.

      • Ica schreibt:

        Ich werde es irgendwie einrichten, dass es passt 🙂 da ich nicht der Dufttyp bin, habe ich noch nie mit ätherischen Ölen gearbeitet und hab deswegen auch keine Ahnung davon, sorry… LG

  2. Hey wenn du gerne mehr über nachhaltige Kosmetik erfahren möchtest, dann schau doch mal bei uns vorbei 🙂

  3. macky0 schreibt:

    Danke für den spannenden Bericht! Die Zahnbürste aus Holz möchte ich mir auf jeden Fall auch zulegen. Bei den Zahncreme Alternativen bin ich immer noch zu skeptisch. Ich habe mich noch nicht genug zu dem Thema belesen und möchte auf jeden Fall sicher gehen, dass ich meine Zähne mit diesen Sachen auch richtig sauber kriege 😉
    Ich glaube mir wäre es aber auch wichtig, am Ende zumindest ein bisschen den Frische-Kick zu haben. Also vielleicht probiere ich die Tabs mal aus 😉
    Weißt du von welcher Marke die Tabs sind? Liebe Grüße Macky

    • Ica schreibt:

      Liebe Macky, ich war eine Zeit lang auch skeptisch, da der Zahnarzt aber keine Bedenken geäußert hat, mache ich mir darüber keine Gedanken mehr.
      Ich weiß leider die Marke nicht, werde aber beim nächsten Einkauf nachfragen.
      LG, Ica

  4. Das hört sich super interessant an! Vor allem die Miswak-Zweige find ich spannend 🙂 Warum hast du die denn nicht weiter genommen, wegen der Plastikverpackung?

    Apropos, solche unverpackt-Läden suche ich auch wie verrückt im Düsseldorf oder Aachen… aber ich habe noch keinen einzigen gefunden 😦 Weißt du da vielleicht irgendwen oder irgendwas?

    Ganz liebe Grüße 🙂

    • Ica schreibt:

      Ja, hauptsächlich wegen der Verpackung und der langen Transportwege. Ich habe ja gleich drei bestellt, die reichen ja noch ewig. Fürs Wandern finde ich sie super. Man hat dieses kleine leichte Stückchen Holz und kann ganz ohne Wasser Zähne putzen. Sie wurden auch super glatt. Allerdings hatte ich mir mit den Innenseiten der Zähne immer etwas schwer getan, da fehlt mir dann vielleicht einfach die Routine. Aber für den Alltag waren sie für mich irgendwie nichts, weil ich ja dauerhaft versuchen möchte, möglichst ohne Verpackungsmüll zu leben.
      LG, Ica

  5. atroksia schreibt:

    Ich benutze auch Kokosöl Zahnpasta ( mit Natron, Xylit und Minzöl). Bin sehr zufrieden damit. Die Varianten die du vorgestellt hast, kannte ich noch gar nicht. Was mich interessieren würde ist, woraus dieser Putzblock besteht? Und was in den Tabs drin ist? Lush Tabs z.b. würde ich nie trauen, die haben ja schon in der Seife weiß ich wieviele Chemikalien. LG, Mia 🙂

    • Ica schreibt:

      Liebe Mia,
      hier die Zutatenliste für die feste Zahncreme: Calcium carbonate, xylitol, sodium lauroyl lactilate (ist ein Öl in Wasser-Emulgator), coco glucoside and glyceryl oleate (pflanzl. Ölsäure), kaolin (Tonerde), glycerin, cocos nucifera oil (Kokosöl), maentha piperata oil (Pfefferminze). Also vieles, was auch in deiner selbst gemachten Varianten drin ist plus Zusätze, die das dann wohl fest und haltbar machen. Allerdings kann man darauf durch die selbstgemachten Varianten verzichten und dann weiß man definitiv was drin ist. Mir war es erstmal wichtig, etwas für meinen Freund zu finden und der ist bei Selber-Mach-Sachen immer sehr skeptisch. Ich denke, für viele, die nicht selber machen wollen/können oder eben den konventionellen Frische-Kick nicht vermissen wollen, sind so was gute Alternativen.
      Bei den Zahn-Tabs frag ich mal nach. Da sie aus dem Unverpackt-Laden sind, gibt es keine Verpackung, auf der ich nachschauen kann…
      Bei Lush würde ich persönlich auch nicht kaufen, allerdings hab ich den Luxus des Unverpackt-Ladens. In vielen Städten gibt es den noch nicht, dafür aber Lush-Shops. Und dann denke ich, ist Lush immer noch besser als bei gängigen Drogerien die Varianten mit Tierversuchen, Plastikverpackung und Plastikkügelchen zu kaufen.
      Ich hoffe, die Antwort hilft dir!
      LG, Ica

      • atroksia schreibt:

        Ja ein paar wenige Vorteile hat Lush schon und schlimmer als Drogerieprodukte kann es dann auch nicht sein. Die enthalten für gewöhnlich noch schädlichere Inhaltsstoffe oder mehr. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Hat mir in der Tat sehr geholfen 🙂

  6. Esther schreibt:

    Hallo Ica,
    die Zahnputztabletten habe ich auch ausprobiert. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass die Zähne damit nicht richtig sauber werden. Ich verwende daher wieder meine selbstgemachte Zahncreme.
    LG und schöne Ferien! Esther

    • Ica schreibt:

      Liebe Esther, damit habe ich bisher keine Probleme. Die Zähne fühlen sich super glatt an und über Mundgeruch haben sich meine Schüler auch nicht beklagt (und die sind da mehr als direkt). Werde es langfristig mal beobachten!
      LG, Ica
      PS: man kommt in den Ferien doch irgendwie zu nichts…

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