Affluenza – Zeitkrankheit Konsum (Vorstellung und Verlosung)

Heute möchte ich euch das wirklich gut geschriebene und interessante Buch „Affluenza – Zeitkrankheit Konsum“ von John de Graaf, David Wann und Thomas Naylor, das im Riemann Verlag erschienen ist, vorstellen. Die erste Auflage erschien 2001, die zweite und erstmalige deutschsprachige Auflage 2002. Übersetzt wurde es von Elisabeth Liebl, es ist auf 100 % Recycling Papier gedruckt und u.a. Donella Meadows gewidmet. Dies zu den Randdaten.

Warum möchte ich euch das Buch vorstellen?

Vielleicht, weil es mir der zwischenzeitliche Herr des Hauses bei einem unserer ersten Treffen ausgeliehen und empfohlen hat, vielleicht aber auch, weil es gut recherchiert, kurzweilig geschrieben und passend zum Thema des Blogs ist?

„Wie viele Kreditkarten besitzen Sie?  Wie viele Radios, Fernseher, Nierenschoner, Barbiepuppen und Nippes jedweger Art? Können auch Sie sich der Sucht des Habend-Müssens kaum erwehren? Dann müssen Sie als infiziert gelten: Affluenza, die globale Konsumepidemie, hat auch Sie erfasst und – wie alle anderen – leben Sie mit dem Supermarkt im Kopf. Die Frage, ob wir uns diesen Lebensstil leisten können, stellt sich kaum noch. Dabei sind die Folgen von Affluenza unübersehbar: Müllberge verschandeln die Landschaft, saurer Regen schädigt die Wälder, der Mobilitätsrausch zwingt uns, die Landschaft zu versiegeln und das Klima wird zunehmend unberechenbar. Der Kulturkritiker John de Graaf, der Umweltexperte David Wann und der Wirtschaftsprofessor Thomas H. Naylor haben sich zusammengetan, um die neue Krankheit zu analysieren. Und wie bei einer richtigen Krankheit rücken sie dem Phänomen auf dreierlei Weisse zu Leibe: Sie untersichen die Symptome, klären deren Ursachen und verordnen danach eine einfahe, aber wirksame Kur.

Beginnen wir damit, dass wir die Symptome der Krankheit nicht mehr ignorieren und unsere Lebensziele überdenken. Wenn wir erkennen, was das Leben wirklich lebenswert macht, werden wir uns nicht länger am Lebensstil der Reichen und Berühmten orientieren, sondern den weitaus lohnenderen Lebensstil der Zufriedenen und Gesunden wählen.“ (Klappentext)

Wie im Klappentext schon deulich wird, wird der heute meist „normale“ westliche Lebensstil mit hohem Konsum als Krankheit, der Affluenza, bezeichnet. Nach einleitenden Worten folgen die drei Hauptteile des Buches: zunächst werden die Symptome betrachtet, die neben dem Kreditkartenwesen das Einkaufsfieber und die Ansteckungsgefahr beleuchtet (und noch einiges mehr).  Im zweiten Teil werden die Ursachen der Affluenza betrachtet: der Wunsch nach innerer Zufriedenheit und dem dauerndem Vergleich mit Familie John (amerikanische Durchschnittsfamilie) sind neben der Erbsünde und vielen hier nicht aufgeführten Bereiche mögliche Ursachen der Affluenza. Im dritten Teil werden Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Diese reichen von frischer Luft über die richtige Medizin zu politische Rezepten bis hin zur Genesung.

Aufgelockert werden die gut recherchierten und mit interessanten Studien hinterlegten Teilkapitel mit meist karikativen Zeichnungen:

  
Die Zahlen sind natürlich schon etwas älter und die meisten Studien und Fakten beziehen sich auf die USA, trotz allem ist es wirklich interessant und regt zum Nachdenken an. Ich vermute, dass die Zahlen heute noch mehr ins Extreme gehen als 2001, habe es aber nicht nachrecherchiert. Der humorvolle Umgang mit dem heutigen Lebensstil und der Kategorisierung des selbigen als Krankheit erhebt nicht wirklich den Zeigefinger, zeigt aber deutliche Zusammenhänge zwischen dem Verhalten des Einzelnen, dem Verhalten ganzer Bevölkerungsgruppen und den Auswirkungen auf die Umwelt auf. 

Auch für Menschen, die sich schon sehr mit den Themen Minimalismus, Konsum/Konsumverzicht oder -verweigerung und Nachhaltigkeit beschäftigt haben, wird dieses kurzweilige Buch noch das ein oder andere neue und „nice-to-know“ bereit halten, auch wenn dann natürlich schon eingies bekannt sein wird.  

Und da ich ja grad am Ausmisten bin und sowohl der Herr des Hauses als auch ich dieses Buch schon gelesen haben, möchten wir es gerne an interessierte Menschen weiter geben. (Ein großer Dank an den Herrn des Hauses, der dieses Buch zur Verfügung stellt!)

Alle Menschen, die jetzt Lust auf dieses Buch bekommen haben, können bis zum 26. Februar 23:59 Uhr einen Kommentar hinterlassen oder mir eine Mail mit dem Betreff „Buchverlosung“ schicken. Unter allen Interessierten wird das Buch dann verlost und an den hoffentlich  glücklichen Gewinner geschickt. So, ich hoffe, ich konnte bei einigen die Neugier wecken!

 

Ein schönes Wochenende wünsche ich euch, vielleicht habt ihr ja noch genug Lesestoff, ansonsten einfachen einen Kommentar hinterlassen!

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14 Antworten zu Affluenza – Zeitkrankheit Konsum (Vorstellung und Verlosung)

  1. Danke schön für die ausführliche Buchvorstellung.
    Ja Zeitnot ist ein guter Punkt. Mittlerweile haben wir eine Sättigungsstufe der Zerstreuung erreicht, die so vor ein paar Jahren nicht vorstellbar war. Gab es früher noch Gegenden in denen mal „tote Hose“ herrschte, wird jetzt Theater und Kleinkunst in die letzten Winkel getragen. Waren früher die Vereine der Quell der etwas auf die Beine gestellt hat, gibt es jetzt Nachwuchsprobleme weil die Jugend KEINE Zeit mehr hat. Hatten die Studenten früher Zeit sich moralisch überlegen zu fühlen, sind sie jetzt schon zu Anfang auf Industrie geschliffen.
    Und war man früher Stolz gegen den Willen der Eltern mal nicht in die Kirche zu gehen, wird heute rund um die Uhr in Konsumtempeln gebetet.
    Und so viele können Langeweile nicht mehr zur Ideenfindung nutzen sondern begeben sich sofort in Konsumtherapie – am Fernseher, im Internet, in der Boutique …
    So wie ich den Blogpost lese würde das Buch gut zu meinem Weltbild passen 🙂

    Viele Grüße, Hans

  2. dorot13 schreibt:

    Wow, das Buch klingt super!
    Ich beschäftige mich erst seit Kurzem mit dem Thema Konsumverzicht und das Buch kommt gerade zum passenden Zeitpunkt!
    Das werde ich auf jeden Fall lesen, denn deine Rezension macht ganz viel Lust auf mehr.
    Danke dir
    Doro

  3. 🔆Sigrid🔆 schreibt:

    Hallo Ica,
    danke für den „Like“ auf meiner Küchenplauderei. Mich hat der Titel deines Beitrags angesprochen, weil ich den Ausdruck nicht kannte, sehr wohl aber die Auswirkungen des unbremsbaren Konsums. Als jetzt 64-jährige Frau, aufgewachsen in den 50ern, wo Müll noch ein Fremdwort und Konsum der Namen eines Einkaufsmarktes war 😉 muss ich sagen, dass der Konsumwahn heute für viele von uns Älteren – vor allem Konsum auf Pump und das ist er ja bei vielen – überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Wir hätten uns nie was gekauft, wofür wir kein Geld hatten. Dann wurde halt so lange etwas beiseite gelegt, bis wir uns es leisten können. Mache ich heute noch genauso.
    Aber selbst wer Geld hat, warum müssen ständig Dinge durch neue ersetzt werden, warum braucht man jedes Jahr einen neuen, noch größer TV-Flatscreen? Schränke voller Klamotten und Schuhe? Es ist die totale Verschwendung von Resourcen zur Herstellung all dieser Konsum- und Luxusgüter, die eigentlich völlig unnütz sind.
    Als ich vor 7 Jahre umzog, habe ich unendlich viele Kartons mit Kleidung, Geschirr, Büchern etc. verschenkt, denn schon vor vielen Jahren habe ich mich entschlossen unter dem Motto zu leben „Simplify Your Life“ und alles Überflüssige weg zu geben. Dabei lebe ich immer noch sehr gut und komfortabel!

    Leichtes Gepäck (Songtext von © Silbermond)

    Eines Tages fällt dir auf
    dass du 99% nicht brauchst
    Du nimmst all den Ballast
    und schmeisst ihn weg
    Denn es reist sich besser
    mit leichtem Gepäck

    Fortsetzung unter: http://www.songtexte.com/songtext/silbermond/leichtes-gepack-b7939a6.html

    • Ica schreibt:

      Liebe Sigrid, ich verstehe voll was du meinst, auch wenn ich ein Kind der späten 80er bin! Ich versuche auch „simple“ zu leben, was mal mehr und mal weniger gut funktioniert! LG
      Ps: meine Mutter hat die in deinem Beitrag erwähnte Küchenmaschine auch schon „immer“ (also seit dem ich denken kann…)

      • 🔆Sigrid🔆 schreibt:

        Ja Ica, meine Söhne sind auch Kinder der späten 80er (87 und 89) und deshalb hat jetzt auch mein 26-jähriger Sohn die alte Bosch mitgenommen, wo sie hoffentlich noch lange hält.
        Auch ich konsumiere, aber bewusst und ich vermeide z.B. Plastiktüten wie die Pest. Wofür gibt’s Stofftaschen? Aber auch ich verpeste die Umwelt, z.B. wenn wir fliegen, was wir öfter tun, da wir gerne reisen ….Ja, es ist nicht einfach. Übrigens, ich stamme ja aus deiner Gegend. Habe bis 2009 in der Nähe von Heilbronn gewohnt und bin schon mit dem Rad bis Heidelberg gefahren entlang des Neckars. Über meine Aktivitäten berichte ich übrigens unter dem Motto „aktiv60plus“ unter
        http://www.aktiv60plus.wordpress.com. Die Küchenplauderei ist ein kleiner Ableger – so nebenher 🙂 Schöne Grüße nach Heidelberg!!!!

      • Ica schreibt:

        Da schau ich mal rein, danke! Vielleicht erfahr ich dann auch, wo du aktuell aktiv bist 😉

  4. 🔆Sigrid🔆 schreibt:

    Aktuell aktiv – klingt gut! Der Winter ist immer auch eine Zeit der Wander- und Radlpause. Dafür gehen wir dann regelmäßig ins FitnessCenter und walken wann immer es geht und das Wetter es zulässt. LG Sigrid

  5. Nicole schreibt:

    Liebe Ica, ich würde mich sehr über das Buch freuen. Es klingt sehr interessant und verbindet meine Liebe zu Büchern mit meiner Idee weniger zu konsumieren.

  6. ichbindannmalminimal schreibt:

    Das Buch klingt interessant, ich werde es auf jeden Fall lesen. Wenn ich es nicht gewinne, ist es nicht schlimm, es gibt ja Bibliotheken. 😉

  7. Pingback: Ein guter Beitrag und ein schönes Gewinnspiel !!!Affluenza – Zeitkrankheit Konsum (Vorstellung und Verlosung) – Ich bin dann mal minimal

  8. elsakgaertner schreibt:

    Ich bin über eine Verlinkung auf Deinen Blog aufmerksam geworden. Ich minimalisiere seit drei Jahren – mehr oder weniger erfolgreich. Ich „gönne“ mir ab und zu etwas. Für dieses Jahr habe ich mir ein Klamottenkaufverbot auferlegt. Vielleicht würde das Buch endlich einen Schalter umklappen lassen? Ich würde mich freuen – über das Buch und weitere Erkenntnisse. Lg Elsa

  9. Pingback: DIY: Jeanshose(n) am Hosenboden flicken | Step by step in ein anderes Leben…

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