Cowspiracy: Empfehlung und Nebenwirkungen

Ich war die letzten Tage nicht sehr blogfleißig. Man mag es mir verzeihen. Ich vermute, es liegt an dieser grau-trüben Pampe, die sich Wetter nennt. Da ist irgendwie alles etwas anstrengender. Um euch die hoffentlich letzten trüben Tage etwas angenehmer zu machen, möchte ich euch einen Film empfehlen. Denn bei so einem „Wetter“ jagt man ja nicht mal den Hund vor die Tür.

Ich vermute, dass viele den Film schon kennen werden oder zumindest davon gehört haben. Für die zweite Gruppe empfehle ich auf jeden Fall: Schauen, Schauen, Schauen! Und für die, die ihn gar nicht kennen, natürlich auch. Von denjenigen, die der ersten Gruppe angehören und den Film kennen,  fände ich es ganz spannend zu hören, ob und wenn ja was der Film bei euch ausgelöst hat.

Bevor ich mich hier weiter verplapper, es geht um den Film Cowspiracy von Kip Anderson!

Hier geht’s zum Trailer. Und hier zur offiziellen Seite. Dort kann man den Film auch (für $4.95) downloaden. Alternativ bietet ihn grad Netflix kostenfrei an (sofern man einen Zugang hat). Ein Film, der dringend von Umweltschützern empfohlen wird!

Warum mich der Film so anspricht und ich ihn empfehle

Der Film sprach mich sehr persönlich an. Bei den einleitenden Worten erkannte ich mich sofort wieder und damit hatte mich der Film gefangen:

  • wie alle die etwas für die Umwelt tun wollen, versuche ich Fahrten mit dem Auto zu vermeiden und nutze so oft wie möglich öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad
  • ich lasse natürlich auch kein unnötiges Wasser laufen
  • und ernähre mich vegetarisch

Alles Dinge, die einem häufig genannt werden, wenn man der Umwelt etwas Gutes tun möchte. Und dann kam (für mich zumindest) der Hammer! Das ist eigentlich sinnlos. Vor allem das mit dem Verkehr. Denn: alle durch den Verkehr verursachten Emissionen (also Auto, Zug, Schiff und Flugverkehrt zusammen) produzieren weit weniger schädliche Klimagase als die Nutztierhaltung (ekliges Wort). Ich vermute, dass ich es unbewusst schon gewusst habe, aber das so direkt vor Augen gehalten zu bekommen, war für mich damals sehr tiefgreifend und führte zu einer Veränderung (dazu später mehr).

Was mich an den Film fesselte und mir so nie bewusst war

Interessant ist, dass sich der Produzent Kip Anderson nicht nur mit diesen Fakten, die die meisten wohl schon kennen, zufrieden gibt, sondern auf die Suche geht, warum diese Problematik nicht mehr in den Medien bzw. bei den Umweltschutzorganisationen aufgegriffen wird. Neben interessanten Interviews mit Vertretern großer Umweltschutzorganisationen (die beim direkten Nachfragen oft hoffnungslos überfordert sind), ist es sehr interessant zu sehen, wie mächtig die Fleisch-Lobby ist. In Südamerika wurde tatsächlich eine Nonne, die sich gegen die Fleischlobby aufgrund der Regenwaldzerstörung einsetzte, von organisierten Killern „ausgeschaltet“.

Was für Auswirkungen der Film auf mich hatte

Angesichts der Tatsache, dass man als Umweltaktivist Angst vor professionellen Killern haben muss, könnte man ja eigentlich in Ohnmacht fallen. Bei mir fiel aber die Entscheidung mich mehr mit der tierfreien, sprich veganen, Ernährung auseinanderzusetzen. Ein lieber Kollege und Freund ist schon seit Jahren Veganer und ich habe ihn schon öfter mit Fragen gelöchert. Der Herr des Hauses hatte schon länger das „Vegan for Fit“ Buch, aus dem er auch gern mal vegane Rezepte (speziell alles mit Zucchini) kocht. Gemeinsam entschieden der Herr und ich zu Hause vegan zu leben. Unsere selbstgemachte Mandelmilch hat sich ja schon längst im Alltag gefestigt. Aber wir „veganisierten“ weiter: unsere Gemüsesuppen kamen fortan ohne Sahne aus, auf Käse wurde verzichtet und auch bei den Süßigkeiten wurde auf vegane Fruchtgummis und Schokolade zurückgegriffen.

Langzeitwirkungen des Filmes

Wir sahen den Film Anfang Oktober und beschlossen wie oben genannt, zu Hause vegan zu leben. Das machen wir seit dem auch weitestgehend. Ab und zu ist die Lust auf Käse aber doch ganz groß und dann gibt es ihn auch mal. Abgesehen von Käsesünden (ich glaube, wir haben zweimal Käse gekauft seit Oktober) klappt es aber ganz gut. Auswärts genieße ich es jedoch sehr, wenn es Käse oder auch mal ein gutes Ei gibt. Ich esse ungefähr dreimal die Woche auswärts und dort meist vegetarisch, da es kein veganes Angebot gibt (zweimal in der Kantine und einmal bei den Schwiegereltern in spe). Ich möchte mit meiner Ernährungsweise nicht anderen vor den Kopf stoßen, zumal die Schwiegereltern für uns schon immer ein extra vegetarisches Essen machen. Dort genieße ich die tierischen Produkte allerdings sehr und empfinde deren Konsum bewusst als Luxus.

Herausforderungen eines plastikfreien veganen Lebens

Trotz dass es mir bewusst ist, dass eine vegane Lebensweise der Welt wohl mehr nützt als der Verzicht auf Plastik, möchte ich trotzdem keine veganen Ersatzprodukte kaufen, die in Plastik verpackt sind. Das ist schwer, denn eigentlich ist jedes vegane Produkt in Plastik. Da diese „Lebensmittel“ meist hochverarbeitet sind, empfinde ich es noch nicht mal als Verzicht, diese Sachen nicht zu konsumieren. Unsere Lösung ist grad das Selbermachen (Mandel- oder Kokosmilch, Kokossahne, vegane Butter) oder das Finden verpackungsfreier Alternativen  (Tofumanufaktur – Bericht folgt). Ansonsten werden die Sachen eben nicht gekauft. Damit fahren wir grad ganz gut. Ich hoffe, dass ich noch geübter im Hersteller veganer Alternativen werde und sich eine gewisse Routine einstellt. Das Herstellen von veganer Leberwurst klappt schon super und da man sie gut einfrieren kann, ist das für uns eine gute Lösung für ein plastikfreies und weitgehend veganes Leben.

Was man sich nach dem Film ganz naiv wünscht

Man hofft ja immer, dass sich mit so einem Film etwas bewegt. Versteht mich nicht falsch, ich möchte kein militanter Veganer oder Umweltschützer mit erhobenem Zeigefinger werden. Ich fände es nur manchmal schön, wenn die Menschen beim Konsum tierischer Produkte etwas bewusster vorgehen würden. Ich möchte nicht, dass jeder Vegetarier oder Veganer wird. Und wenn ich auch sonst nicht viel mit Attila Hildmann anfangen kann, finde ich seinen Grundsatz

„jede vegane Entscheidung ist eine gute Entscheidung“

sehr schön. Ich würde mir wünschen, dass dieser Satz etwas mehr Gehör finden würde. Denn keiner muss Veganer werden oder ein Leben lang auf Fleisch verzichten, aber eine vegane Mahlzeit im Monat/in der Woche/am Tag könnte schon sehr viel bewegen. Wie der Green Monday in den USA… und mit diesem Gedanken wünsche ich euch eine gute Woche mit der ein oder anderen veganen Entscheidung!

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6 Antworten zu Cowspiracy: Empfehlung und Nebenwirkungen

  1. Hallo!

    Ich halte es ganz ähnlich – seitdem ich mich mit dem Thema mehr auseinander gesetzt habe, kaufe ich keine tierischen Produkte mehr. Sehr wohl esse ich so noch, wenn ich eingeladen bin z.B. (so wie Du es auch beschreibst) oder wenn ich sie aus dem Müll rette (dumpstern).

    Finde ich super, dass Du trotzdem noch sehr auf das Thema Plastik achtest, das hängt ja nicht nur mit der Umwelt, sondern ganz besonders mit uns selbst zusammen – mit den Schadstoffen, die wir aufnehmen durch das Plastik!

    lg
    Maria

    • Ica schreibt:

      Liebe Maria,
      Danke für deinen Beitrag. Dumpstern würde ich so gerne mal versuchen, traue mich aber nicht alleine. Denke, dass ich da das tierische Produkt retten würde. Das Plastik würde ich dann glaub gleich da lassen 😉
      Liebe Grüße nach Österreich,
      Ica

      • Hallo Ica!

        Meist werden in den Lebensmittelgeschäften die Lebensmittel in der unversehrten Verpackung weg geworfen. Ein doppelter Schaden wie ich finde. Der Müll wird nicht getrennt und noch gute Lebensmittel werden zu Müll.

        Durch das Dumpstern wird der Müll getrennt und das Lebensmittel aus dem Müll gerettet. Gleichzeitig entsteht automatisch weniger Verpackungsmüll, weil ich nichts kaufen muss.

        Eine perfekte Lösung finde ich!

        lg
        Maria

      • PS: Vielleicht findest Du ja in Deinem Umfeld jemanden, der Dich mal mitnimmt?

      • Ica schreibt:

        Ich hoffe es!! LG

  2. Pingback: Verschlafene Earth Hour, Zero Waste Rückblick und Ausblick | Step by step in ein anderes Leben…

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