DIY: veganer Blätterteig – palmölfrei und fast zero waste

Ich kann einfach nicht abwarten, ob die Einfrier- und Auftau-Versuche gut gehen und möchte euch dieses Rezept endlich vorstellen. Gefunden habe ich es -wie die vegane Butter, die dafür benötigt wird – bei Herrn Grün!

Als erstes habe ich also besagte vegane Butter zubereitet. Dort fällt mit der Verpackung der Kakaobutter bei mir der einzige Müll an. Da ich dieses Mal nicht nur für ein kurzes Schoko-Hörnchen-Vergnügen Teig wollte, sondern eben auch einfrieren, machte ich die dreifache Menge an Butter.

Und diese verwurstelte ich dann mit den anderen Zutaten zu einem veganen Blätterteig, ganz ohne Palmöl und zero waste. Vielleicht fragen sich jetzt einige, warum soll ich selbst veganen Blätterteig machen, wenn doch der -eh günstige- in fast jedem Supermarkt vegan ist?! In diesen Produkten ist (neben fragwürdigen Zusatzstoffen) meist Palmöl enthalten. Um die Auswirkungen der Palmölproduktion zu erläutern, bräuchte man nicht nur einen Extra-Post, deswegen möchte ich das hier nicht weiter ausführen. Außerdem ist der gekaufte alles andere als zero waste. Um also die Zusatzstoffe zu kennen und Müll zu vermeiden, wird er selbst gemacht. (Und ja, trotz Verpackung der Kakaobutter wird eine Menge Müll nicht verursacht!). Nun also genug geredet, her mit dem Rezept!!!

Ihr braucht:

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220g Mehl

100g kalte vegane Butter (wer nicht vegan isst, kann natürlich auch „normale“ nehmen)

140ml Wasser

1TL Salz

1TL Zucker

Zeit (denn so schnell wie Herr Grün das darstellt, geht es dann doch nicht)

Platz

Rührgerät

Schüssel

Nudelholz (notfalls tuts auch eine stabile Flasche)

 

Vorgehensweise

  1. Mehl, Wasser, Salz und Zucker zu einem Teig verrühren. Der krümmelt ganz schön, das soll aber so sein.
  2. Butter in Würfeln geschnitten in den Teig mit der Hand auf einer bemehlten Arbeitsfläche einkneten. Es soll KEIN homogener Teig entstehen.
  3. Alles ungefähr zu einem Viereck kneten und ab für mind. 30 Minuten in den Kühlschrank.
  4. Teig nach der Ruhezeit ausrollen und unten und oben einfalten. (Bilder dazu findet ihr bei Herrn Grün, aufgrund von Mehl-Teig-Fingern konnte ich das nicht fotografieren.
  5. Je nachdem wie kalt und fest euer Teig ist, das ganze noch 4 mal wiederholen (falten und walken, also ausrollen). Falls euer Teig zu warm und dadurch zu weich wird, nochmal in den Kühlschrank. Nach 5 Faltvorgängen (dabei immer auf bemehlte Arbeitsfläche und Nudelholz achten) nochmal für 30 Minuten in den Kühlschrank.
  6. Ausrollen und nach Belieben verarbeiten (Pasteten, (gefüllte) Hörnchen, Strudel…
  7. Bei 200°C ungefähr 15 Minuten backen (Achtung, jeder Ofen ist anders!).
  8. Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen.
  9. Genießen!


Abgesehen von der Kakaobutter-Verpackung fällt bei mir dank unverpackt-Laden bei diesem Teig kein Müll an. Da ich den Blätterteig auf seine „ich-überlebe-die Gefriertruhe-Eigenschaften testen möchte und sich der Aufwand lohnt, habe ich die dreifache Menge des Teiges gemacht. (Zum Falten und Walken habe ich die Menge aber gedrittelt, da sonst meine Arbeitsplatte zu klein wäre bzw. wohl auch meine Oberarmmuskeln.)

Für das erste Drittel verarbeitete ich die letzte noch überlebende geschenkte Schokolade zu einem Schokostrudel (der geistert grad überall durchs Internet) und die Reststückchen des Teiges zu Hörnchen. Da ich keine Schoki oder Schokocreme mehr da hatte und keine große Lust, noch eine Nusspaste zu machen, wurden es einfache Hörnchen ohne Füllung. Die kann dann jeder so essen, wie er sie mag. Davon habe ich einen Teil nicht fertig gebacken, sondern eingefroren. Mal schauen, ob die sich gut aufbacken lassen :).

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Die anderen beiden Drittel habe ich während der Backzeit ausgerollt. Das eine Drittel wurde in mehr oder weniger gleichmäßige Quadrate geschnitten und eingefroren. Da meine große Box grad beim Herrn des Hauses ist, der diese benötigt, um Tofu unverpackt einzukaufen, musste ich recht kleine Quadrate schneiden. Abwechselnd mit Backpapier wurde diese dann in die Tupper (ja, Alternativen stehen auf der „brauch ich noch“-Liste, allerdings habe ich noch nichts gefunden, was all meinen Ansprüchen gerecht wird) geschichtet und eingefroren. Diese kommen Sonntag zum Einsatz, wenn ich für die Familie Mini-Schokohörnchen backe. Dann folgt ein Bericht, ob der Teig das Einfrieren gut überlebt. Das letzte Drittel habe ich auch ausgerollt und in zwei Streifen geschnitten und mit Backpapier aufgerollt in Weck-Gläsern eingefroren. Ich kann also nicht nur berichten, ob er das Einfrieren überlebt, sondern auch, welche Methode (für mich) geeigneter ist. Und wenn ich endlich mal Wachstücher herstelle (oder mich zum Kaufen überzeugen kann) fällt das Backpapier auch weg. Allerdings nehme ich so kleine Schnittstücke öfter.

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Ich habe jetzt also einen mega-leckeren Schokostrudel, einfache Hörnchen (die mit selbst gemachter Erdbeermarmelade einfach traumhaft schmecken), eine handvoll halb gebackene Hörnchen eingefroren und Fertig-Blätterteig im Gefrierfach. Alles vegan, alles ohne Zusatzstoffe, alles ohne Palmöl und alles hoffentlich verdammt lecker.

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Und weil selbst machen in der Küche nachhaltiger ist als gekaufte Produkte mit Palmöl, undurchsichtigen Produktionsprozessen/Arbeitsbedingungen und Verpackungsmüll, wandert dieser Beitrag zur Blogparade EiNaB. Vielleicht möchte ja der ein oder andere, der wie ich keine Hefe verpackungsfrei bekommt, einen möglichst müllfreien Blätterteig zu Ostern für seine Liebsten (oder sich) auf den Tisch bringen.

 

 

 

 

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7 Antworten zu DIY: veganer Blätterteig – palmölfrei und fast zero waste

  1. atroksia schreibt:

    Davon hab ich geträumt 😍

  2. Ar Gwarc'h schreibt:

    Muss ich auch unbedingt ausprobieren

  3. Pingback: DIY: veganer Blätterteig – “einfriertauglich”?! | Step by step in ein anderes Leben…

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