DIY: veganer Blätterteig – palmölfrei und fast zero waste

Ich kann einfach nicht abwarten, ob die Einfrier- und Auftau-Versuche gut gehen und möchte euch dieses Rezept endlich vorstellen. Gefunden habe ich es -wie die vegane Butter, die dafür benötigt wird – bei Herrn Grün!

Als erstes habe ich also besagte vegane Butter zubereitet. Dort fällt mit der Verpackung der Kakaobutter bei mir der einzige Müll an. Da ich dieses Mal nicht nur für ein kurzes Schoko-Hörnchen-Vergnügen Teig wollte, sondern eben auch einfrieren, machte ich die dreifache Menge an Butter.

Und diese verwurstelte ich dann mit den anderen Zutaten zu einem veganen Blätterteig, ganz ohne Palmöl und zero waste. Vielleicht fragen sich jetzt einige, warum soll ich selbst veganen Blätterteig machen, wenn doch der -eh günstige- in fast jedem Supermarkt vegan ist?! In diesen Produkten ist (neben fragwürdigen Zusatzstoffen) meist Palmöl enthalten. Um die Auswirkungen der Palmölproduktion zu erläutern, bräuchte man nicht nur einen Extra-Post, deswegen möchte ich das hier nicht weiter ausführen. Außerdem ist der gekaufte alles andere als zero waste. Um also die Zusatzstoffe zu kennen und Müll zu vermeiden, wird er selbst gemacht. (Und ja, trotz Verpackung der Kakaobutter wird eine Menge Müll nicht verursacht!). Nun also genug geredet, her mit dem Rezept!!!

Ihr braucht:

img_1115
220g Mehl

100g kalte vegane Butter (wer nicht vegan isst, kann natürlich auch „normale“ nehmen)

140ml Wasser

1TL Salz

1TL Zucker

Zeit (denn so schnell wie Herr Grün das darstellt, geht es dann doch nicht)

Platz

Rührgerät

Schüssel

Nudelholz (notfalls tuts auch eine stabile Flasche)

 

Vorgehensweise

  1. Mehl, Wasser, Salz und Zucker zu einem Teig verrühren. Der krümmelt ganz schön, das soll aber so sein.
  2. Butter in Würfeln geschnitten in den Teig mit der Hand auf einer bemehlten Arbeitsfläche einkneten. Es soll KEIN homogener Teig entstehen.
  3. Alles ungefähr zu einem Viereck kneten und ab für mind. 30 Minuten in den Kühlschrank.
  4. Teig nach der Ruhezeit ausrollen und unten und oben einfalten. (Bilder dazu findet ihr bei Herrn Grün, aufgrund von Mehl-Teig-Fingern konnte ich das nicht fotografieren.
  5. Je nachdem wie kalt und fest euer Teig ist, das ganze noch 4 mal wiederholen (falten und walken, also ausrollen). Falls euer Teig zu warm und dadurch zu weich wird, nochmal in den Kühlschrank. Nach 5 Faltvorgängen (dabei immer auf bemehlte Arbeitsfläche und Nudelholz achten) nochmal für 30 Minuten in den Kühlschrank.
  6. Ausrollen und nach Belieben verarbeiten (Pasteten, (gefüllte) Hörnchen, Strudel…
  7. Bei 200°C ungefähr 15 Minuten backen (Achtung, jeder Ofen ist anders!).
  8. Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen.
  9. Genießen!


Abgesehen von der Kakaobutter-Verpackung fällt bei mir dank unverpackt-Laden bei diesem Teig kein Müll an. Da ich den Blätterteig auf seine „ich-überlebe-die Gefriertruhe-Eigenschaften testen möchte und sich der Aufwand lohnt, habe ich die dreifache Menge des Teiges gemacht. (Zum Falten und Walken habe ich die Menge aber gedrittelt, da sonst meine Arbeitsplatte zu klein wäre bzw. wohl auch meine Oberarmmuskeln.)

Für das erste Drittel verarbeitete ich die letzte noch überlebende geschenkte Schokolade zu einem Schokostrudel (der geistert grad überall durchs Internet) und die Reststückchen des Teiges zu Hörnchen. Da ich keine Schoki oder Schokocreme mehr da hatte und keine große Lust, noch eine Nusspaste zu machen, wurden es einfache Hörnchen ohne Füllung. Die kann dann jeder so essen, wie er sie mag. Davon habe ich einen Teil nicht fertig gebacken, sondern eingefroren. Mal schauen, ob die sich gut aufbacken lassen :).

img_1118img_1126
Die anderen beiden Drittel habe ich während der Backzeit ausgerollt. Das eine Drittel wurde in mehr oder weniger gleichmäßige Quadrate geschnitten und eingefroren. Da meine große Box grad beim Herrn des Hauses ist, der diese benötigt, um Tofu unverpackt einzukaufen, musste ich recht kleine Quadrate schneiden. Abwechselnd mit Backpapier wurde diese dann in die Tupper (ja, Alternativen stehen auf der „brauch ich noch“-Liste, allerdings habe ich noch nichts gefunden, was all meinen Ansprüchen gerecht wird) geschichtet und eingefroren. Diese kommen Sonntag zum Einsatz, wenn ich für die Familie Mini-Schokohörnchen backe. Dann folgt ein Bericht, ob der Teig das Einfrieren gut überlebt. Das letzte Drittel habe ich auch ausgerollt und in zwei Streifen geschnitten und mit Backpapier aufgerollt in Weck-Gläsern eingefroren. Ich kann also nicht nur berichten, ob er das Einfrieren überlebt, sondern auch, welche Methode (für mich) geeigneter ist. Und wenn ich endlich mal Wachstücher herstelle (oder mich zum Kaufen überzeugen kann) fällt das Backpapier auch weg. Allerdings nehme ich so kleine Schnittstücke öfter.

img_1130img_1129

Ich habe jetzt also einen mega-leckeren Schokostrudel, einfache Hörnchen (die mit selbst gemachter Erdbeermarmelade einfach traumhaft schmecken), eine handvoll halb gebackene Hörnchen eingefroren und Fertig-Blätterteig im Gefrierfach. Alles vegan, alles ohne Zusatzstoffe, alles ohne Palmöl und alles hoffentlich verdammt lecker.

img_1118img_1127
Und weil selbst machen in der Küche nachhaltiger ist als gekaufte Produkte mit Palmöl, undurchsichtigen Produktionsprozessen/Arbeitsbedingungen und Verpackungsmüll, wandert dieser Beitrag zur Blogparade EiNaB. Vielleicht möchte ja der ein oder andere, der wie ich keine Hefe verpackungsfrei bekommt, einen möglichst müllfreien Blätterteig zu Ostern für seine Liebsten (oder sich) auf den Tisch bringen.

 

 

 

 

Advertisements
Veröffentlicht unter DIY, DIY in der Küche, Müll vermeiden, müllfrei(ere) Alternativen, Plastik-/Müllfrei in der Küche, Plastikfrei / Plastikreduziert, Step by Step, Zero Waste | Verschlagwortet mit , , , , | 7 Kommentare

Verschlafene Earth Hour, Zero Waste Rückblick und Ausblick

Verschlafene Earth Hour

Nachdem mich die letzten Tage eine ziemlich hartnäckige Erkältung geplagt hat, ich aber trotzdem arbeiten gegangen bin, fehlte einfach die Kraft, um noch zu bloggen. Am Wochenende war ich dann auch einfach so kaputt, dass ich die Earth Hour, über die ich eigentlich geplant hatte zu schreiben, ganz energielos verschlafen habe. Somit habe ich ganz passiv ganz aktiv dran teilgenommen :). Wer nachlesen möchte, was die Earth Hour war und sich damit auf das nächste Jahr vorbereiten möchte, kann das hier tun.

Zero Waste Rückblick

Ansonsten ist unser Sammelbehälter nun voll und es war Zeit, den Müll zu wiegen:


Das ist unser gesammelter Plastik- und Restmüll sowie Altpapier. Altpapier wohlgemerkt nur auf den Privathaushalt bezogen. Der letzte Rückblick war am 28. Februar, also haben wir eine Auflaufform voll Müll an drei Wochen gesammelt.

Der Nachteil an diesem „langen“ Sammeln ist der, dass ich gar nicht mehr weiß, woher der ganze Müll eigentlich ist…

Also erstmal auseinander sortieren und schauen:


Beim Papiermüll finden sich die üblichen Verdächtigen: Die Teebeutelverpackungen vom geschenkten Tee. Deutlich weniger als im Februar, was daran liegt, dass mein Gaumen etwas Abwechslung wollte und viel Tee von unserem Vorrat, den wir lose kaufen können, getrunken wurde. Außerdem finden sich zwei Konzertkarten (was ein wirklich toller Abend war!!!). Das ergibt zusammen 15 Gramm Altpapier auf drei Wochen.

Beim Plastikmüll ist es schon schwieriger. Gut, die Tesa-Rolle ist eindeutig zu erkennen. Und das grün-weiß-karierte ist die Verpackung von vegetarischen Maultaschen, die wir über die Schwiegermutter in spe vom Metzger aus dem Dorf bekommen haben. Dieser produziert diese vegetarischen Maultaschen nur auf Bestellung und wenn welche übrig sind, meldet er sich bei der Schwiegermutter in spe. Diese weiß, dass wir eigentlich auf Plastik verzichten wollen und normalerweise hätte sie sie auch in einem wieder verwendbaren Behälter abgeholt,  allerdings hatte sie für einen Behälter in ihrem Gefrierfach keinen Platz, weswegen sie luftdicht in Plastik verschweißt wurden (da wir erst einige Tage später zu Besuch kamen, und sie ja irgendwie frisch bleiben mussten). Die Maultaschen sind so lecker, dass es das Plastik aufwiegt, ich hoffe aber, dass wir sie in Zukunft müllfrei bekommen könnten. Ansonsten werden wir diesen Müll wohl dauerhaft haben, denn der Herr des Hauses liebt diese Maultaschen und ein Verzicht darauf kommt dauerhaft glaub nicht in Frage. Wenn wir beim Herrn des Hauses sind: die anderen Folien sind von ihm, er weiß aber leider auch nicht mehr, was das war und ob das zukünftig vermeidbar ist. (Vielleicht sollten wir nicht so lange sammeln oder aber an unserer Vergesslichkeit arbeiten. Bzw. besser am Nicht-Vergessen.) Die große dünne Folie könnte von der Reinigung seines Anzuges sein, sicher ist er sich da aber nicht. Ich hatte erst überlegt, diese Folie aufzuheben, als mögliche Abdeckung für Keimlinge. Allerdings dauert es noch lange, bis wir einen eigenen Garten haben werden und in der Wohnung reicht das Mini-Gewächshaus, das ich aus dem Keller meiner Eltern habe, vollkommen. Für mehr Pflanzen reicht der Platz leider nicht aus. Und da ich nichts ewig lang aufheben möchte, um es eventuell mal brauchen zu können, zumal unser Platz wie eben gesagt sehr begrenzt ist, fliegt sie nun eben raus. Schade, aber so ist es halt. Alles zusammen hatten wir in diesen 3 Wochen 35 Gramm Plastikmüll.

Müllbilanz gesamt seit 1.02.2016

2 Gramm Restmüll

120 Gramm Plastikmüll / Gelber Sack

120 Gramm Altpapier
———————————

242 Gramm Gesamtmüll

Yeah, ganz gut, würde ich meinen. Auch wenn noch einiges Vermeidbares darunter ist. Wir bleiben am Ball!

 

Ausblick

Neben dem Finden von müllfreien Alternativen im alltäglichen Leben versuchen wir ja seit dem Cowspiracy-Film zu Hause vegan zu leben. Da ich die kommenden Tage etwas mehr Zeit haben werde, kann ich mich auch endlich wieder länger in die Küche stellen und neue Dinge ausprobieren. Heute werde ich nochmal einen großen Batzen vegane Butter machen, welche ich in den kommenden Tage zum versprochenen Blätterteig verarbeiten werde. Dabei versuche ich auch, diesen einzufrieren. Überlebt er das gut, werde ich endlich das Rezept mit euch teilen! Außerdem nutze ich die freien Tage für einen kleinen Frühjahrsputz und Ausmistaktionen in den heimischen Wänden, getreu der Minimalismus-Bewegung, die eigentlich mal Mitverursacher dieses Blogs war (er hat sich dann schwerpunktmäßig etwas anders entwickelt). Meine Gedanken zum Minimalismus und einen Zusammenhang zur nachhaltigen Lebensweise möchte ich dann mal in Worte fassen und eure Meinungen dazu hören. Mal schauen, ob ich wirklich so viel über die freien Tage schaffe. Meist nehme ich mir viel mehr vor, als ich dann schaffe. Falls wir uns also nicht mehr hören sollte, wünsche ich allen schonmal schöne Feiertage mit hoffentlich wenig Müll, dafür vielen schönen Stunden mit Lieblingsmenschen.

Veröffentlicht unter Klima, Umwelt und wir, Step by Step, Zero Waste | Verschlagwortet mit , , , | 6 Kommentare

Heidelberger Frühjahrsputz 

Endlich ist das Wetter wieder besser und der Frühling spürbar. Das war für mich besonders wichtig, denn gestern nahm ich zusammen mit meinem Verein beim Heidelberger Frühjahrsputz teil (und im Schneematsch oder Dauerregen hätte das bestimmt nich annähernd so viel Spaß gemacht!). Vereine, Einzelpersonen und Familien können an verschiedenen Putzaktionen teilnehmen und so Vereinsgelände, Feld-, Wald- und Wiesenwege sowie Wiesen und Wälder von Müll befreien. Eine meiner Meinung nach sehr sinnvolle Beschäftigung, fressen doch viele Wildtiere kleine/kleinste Müllteile und verenden dabei qualvoll. Außerdem gelangen viele der Schadstoffe aus dem Müll in die Umwelt, verseuchen damit Böden und Grundwasser und schaden so nicht nur der Tier- und Umwelt, sondern irgendwann auch uns Menschen selbst, da alles auf der Erde einen fortlaufenden Kreislauf bildet.
Also eigentlich eine typische Öko-Aktion, könnte man meinen. Ich kam aber zu dieser Aktion eher wie die Jungfrau zum Kinde und habe erst in letzter Minute von dieser Aktion gehört, da unser Verein noch dringend Helfer fürs Müllsammeln gesucht hat. (Da wurde unsere Abteilung scheinbar bisher übergangen.) Da ich aber ja ein so eine „Öko-Tante“ bin und mir vorgenommen hatte, dieses Jahr nicht nur in meinem stillen Kämmerlein etwas für die Umwelt zu tun, nahm ich teil und unterstütze damit auch noch ganz nebenbei meinen Verein.
Also stand ich Samstagvormittag in der schönen Frühlingssonne zusammen mit anderen Freiwilligen aus dem Verein auf dem Feld, um mit schönen orangefarbenen Warnwesten an der Auftaktveranstaltung des Heidelberger Frühjahrsputzes teilzunehmen. Diese Auftakt- Veranstaltung richtet sich an Vereine, die ein bestimmtes Gebiet zugeteilt bekommen. Dieses müssen sie abgehen und dabei den herumliegenden Müll sammeln, dafür haben sie zwei Stunden Zeit. Am Ende gibt es eine kleine Siegerehrung mit kulinarischer Versorgung, bei der der Verein geehrt wird, der gewichtsmäßig am meisten Müll gesammelt hat.
Bei der Siegerehrung war ich nicht mehr dabei, weiß also auch nicht, wie viel Müll wir gesammelt haben und ob wir gewonnen haben (was für mich bei dieser Aktion auch mehr als zweitrangig war). Interessiert hätte es mich, wie viel Müll wir gesammelt haben und was gesamt in der Heidelberg Gegend so an Müll rumfährt.
Vor lauter Müllsammeln kam ich gar nicht dazu, wirklich viele Bilder zu machen, möchte euch hier aber doch die ein oder andere „Impression“ liefern:

Ich muss sagen, ich war ehrlich gesagt auf viel mehr Müll eingestellt und musste feststellen, dass es sich in Grenzen hielt, zumindest an einigen Feldwegen. Direkt an den Bahngleisen gab es unglaublich viel Müll, neben den berühmt-berüchtigten Coffe-to-go-Bechern viele Bäckertüten, Tempos, aber auch Bauschutt und unglaublich viele Glasscherben (keine Ahnung, woher). Generell fanden wir viele Flaschen. Schockierend fand ich, dass ich aus dem Feld, das beackert und umgepflügt war, PET-Flaschen und Süßigkeiten-Verpackungen fand. Untergepflügt! Das heißt, es findet sich auch früher oder später in unserer Nahrung. Muss erst der erste Mensch an Plastik sterben, wie es schon bei Meerestieren oder Vögeln der Fall ist, bevor die Politik der Wirtschaft Einhalt gebietet?!
Neben diesem -für mich- ziemlichen Aufreger und den obligatorischen zahlreichen Tempos, Coffe-to-go-Bechern, Bonbonpapieren und Bierflaschen, fand sich auch Kurioses, dessen Weg aufs Feld ich mir nur teilweise erklären kann: Fahrradsattel, Fahrradleuchten, Batterien, Schraubenzieher, Warnblicklichtschalter von einem Auto, Feuerzeuge, Blumentöpfe (aus Plastik), Hosen und Oberteile sowie Kopftücher, Metallteile, Metallketten und PVC-Platten….
Dies alles ergab fünf mehr oder weniger volle Müllsäcke auf gefühlt nicht einmal 5km Weg… Ganz zu schweigen von den zahlreichen Zigarettenschachteln und Zigarettenstummel, die wir gar nicht alle sammeln konnten (zu Zigarettenstummeln und ihren Auswirkungen auf die Umwelt folgt ein gesonderter Beitrag).

img_0583
Diese Sachen war aber noch lang nicht der kurioseste Fund. Mitten in einem Gebüsch fand ich dieses Prachtstück, was ich zuerst aus der Ferne für ein Spielzeug von Fasching hielt. Als ich es aber rauszog, stellte sich heraus, dass es nicht aus Plastik und durchaus „echt“ ist.

img_0588Ein Luftdruckgewehr. Was die Menschen nicht alles wegwerfen. Ich habe es mal mitgenommen, auch wenn ich keine direkte Verwendung habe. Wer sie hat, möge sich gerne bei mir melden, aber für ne Müllpresse war es mir dann doch irgendwie zu schade.
Heute ist für Familien und Einzelpersonen das „Reinigen“ von Wald- und Wiesenflächen angesagt. Trotz des schönen Wetters musste ich heute bei mir selbst Putzen und auch einiges Vorbereiten, was ich sehr schade finde. Nächstes Jahr achte ich gezielt auf die Aktion und plane mir diese Tage bewusst ein, denn ich finde, die Aktion macht sehr viel Sinn und man lernt ganz nebenbei nette Menschen kennen.
Für mich bleibt, dass ich in zwei Stunden auf dem Feld mehr Müll eingesammelt habe, als ich zwischenzeitlich in einem Jahr produziere. Das macht mich traurig und wütend zugleich. Ich meine, ein Tempo oder ein Bonbonpapier sind schnell mal aus der Tasche gefallen, aber Bauschutt, Coffe-to-go-Becher, etc. verliert man nicht mal eben so. Es könnte einfach jeder etwas mehr darauf achten. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für sich selbst, denn schließlich landet das irgendwie durch die Nahrungskette ja doch auch bei uns.
Von vielen Kommentatoren auf meine Rückblicke zum zero-waste weiß ich, dass einige von euch im Alltag Müll aufsammeln und wegwerfen, ganz ohne diese gezielte Aktionen. Ich möchte das im Alltag nun auch vermehrt machen, wie haltet ihr das? Ärgert ihr euch nur drüber? Seid ihr wütend oder traurig? Sammelt ihr auch mal etwas auf?
Und vor allem: wie steht ihr zu den Kippen?!
Viele Grüße und einen guten Start in die neue, hoffentlich sonnige Woche!

Veröffentlicht unter Klima, Umwelt und wir, Schritte, die jeder gehen kann, Step by Step | Verschlagwortet mit , , , , | 11 Kommentare

Cowspiracy: Empfehlung und Nebenwirkungen

Ich war die letzten Tage nicht sehr blogfleißig. Man mag es mir verzeihen. Ich vermute, es liegt an dieser grau-trüben Pampe, die sich Wetter nennt. Da ist irgendwie alles etwas anstrengender. Um euch die hoffentlich letzten trüben Tage etwas angenehmer zu machen, möchte ich euch einen Film empfehlen. Denn bei so einem „Wetter“ jagt man ja nicht mal den Hund vor die Tür.

Ich vermute, dass viele den Film schon kennen werden oder zumindest davon gehört haben. Für die zweite Gruppe empfehle ich auf jeden Fall: Schauen, Schauen, Schauen! Und für die, die ihn gar nicht kennen, natürlich auch. Von denjenigen, die der ersten Gruppe angehören und den Film kennen,  fände ich es ganz spannend zu hören, ob und wenn ja was der Film bei euch ausgelöst hat.

Bevor ich mich hier weiter verplapper, es geht um den Film Cowspiracy von Kip Anderson!

Hier geht’s zum Trailer. Und hier zur offiziellen Seite. Dort kann man den Film auch (für $4.95) downloaden. Alternativ bietet ihn grad Netflix kostenfrei an (sofern man einen Zugang hat). Ein Film, der dringend von Umweltschützern empfohlen wird!

Warum mich der Film so anspricht und ich ihn empfehle

Der Film sprach mich sehr persönlich an. Bei den einleitenden Worten erkannte ich mich sofort wieder und damit hatte mich der Film gefangen:

  • wie alle die etwas für die Umwelt tun wollen, versuche ich Fahrten mit dem Auto zu vermeiden und nutze so oft wie möglich öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad
  • ich lasse natürlich auch kein unnötiges Wasser laufen
  • und ernähre mich vegetarisch

Alles Dinge, die einem häufig genannt werden, wenn man der Umwelt etwas Gutes tun möchte. Und dann kam (für mich zumindest) der Hammer! Das ist eigentlich sinnlos. Vor allem das mit dem Verkehr. Denn: alle durch den Verkehr verursachten Emissionen (also Auto, Zug, Schiff und Flugverkehrt zusammen) produzieren weit weniger schädliche Klimagase als die Nutztierhaltung (ekliges Wort). Ich vermute, dass ich es unbewusst schon gewusst habe, aber das so direkt vor Augen gehalten zu bekommen, war für mich damals sehr tiefgreifend und führte zu einer Veränderung (dazu später mehr).

Was mich an den Film fesselte und mir so nie bewusst war

Interessant ist, dass sich der Produzent Kip Anderson nicht nur mit diesen Fakten, die die meisten wohl schon kennen, zufrieden gibt, sondern auf die Suche geht, warum diese Problematik nicht mehr in den Medien bzw. bei den Umweltschutzorganisationen aufgegriffen wird. Neben interessanten Interviews mit Vertretern großer Umweltschutzorganisationen (die beim direkten Nachfragen oft hoffnungslos überfordert sind), ist es sehr interessant zu sehen, wie mächtig die Fleisch-Lobby ist. In Südamerika wurde tatsächlich eine Nonne, die sich gegen die Fleischlobby aufgrund der Regenwaldzerstörung einsetzte, von organisierten Killern „ausgeschaltet“.

Was für Auswirkungen der Film auf mich hatte

Angesichts der Tatsache, dass man als Umweltaktivist Angst vor professionellen Killern haben muss, könnte man ja eigentlich in Ohnmacht fallen. Bei mir fiel aber die Entscheidung mich mehr mit der tierfreien, sprich veganen, Ernährung auseinanderzusetzen. Ein lieber Kollege und Freund ist schon seit Jahren Veganer und ich habe ihn schon öfter mit Fragen gelöchert. Der Herr des Hauses hatte schon länger das „Vegan for Fit“ Buch, aus dem er auch gern mal vegane Rezepte (speziell alles mit Zucchini) kocht. Gemeinsam entschieden der Herr und ich zu Hause vegan zu leben. Unsere selbstgemachte Mandelmilch hat sich ja schon längst im Alltag gefestigt. Aber wir „veganisierten“ weiter: unsere Gemüsesuppen kamen fortan ohne Sahne aus, auf Käse wurde verzichtet und auch bei den Süßigkeiten wurde auf vegane Fruchtgummis und Schokolade zurückgegriffen.

Langzeitwirkungen des Filmes

Wir sahen den Film Anfang Oktober und beschlossen wie oben genannt, zu Hause vegan zu leben. Das machen wir seit dem auch weitestgehend. Ab und zu ist die Lust auf Käse aber doch ganz groß und dann gibt es ihn auch mal. Abgesehen von Käsesünden (ich glaube, wir haben zweimal Käse gekauft seit Oktober) klappt es aber ganz gut. Auswärts genieße ich es jedoch sehr, wenn es Käse oder auch mal ein gutes Ei gibt. Ich esse ungefähr dreimal die Woche auswärts und dort meist vegetarisch, da es kein veganes Angebot gibt (zweimal in der Kantine und einmal bei den Schwiegereltern in spe). Ich möchte mit meiner Ernährungsweise nicht anderen vor den Kopf stoßen, zumal die Schwiegereltern für uns schon immer ein extra vegetarisches Essen machen. Dort genieße ich die tierischen Produkte allerdings sehr und empfinde deren Konsum bewusst als Luxus.

Herausforderungen eines plastikfreien veganen Lebens

Trotz dass es mir bewusst ist, dass eine vegane Lebensweise der Welt wohl mehr nützt als der Verzicht auf Plastik, möchte ich trotzdem keine veganen Ersatzprodukte kaufen, die in Plastik verpackt sind. Das ist schwer, denn eigentlich ist jedes vegane Produkt in Plastik. Da diese „Lebensmittel“ meist hochverarbeitet sind, empfinde ich es noch nicht mal als Verzicht, diese Sachen nicht zu konsumieren. Unsere Lösung ist grad das Selbermachen (Mandel- oder Kokosmilch, Kokossahne, vegane Butter) oder das Finden verpackungsfreier Alternativen  (Tofumanufaktur – Bericht folgt). Ansonsten werden die Sachen eben nicht gekauft. Damit fahren wir grad ganz gut. Ich hoffe, dass ich noch geübter im Hersteller veganer Alternativen werde und sich eine gewisse Routine einstellt. Das Herstellen von veganer Leberwurst klappt schon super und da man sie gut einfrieren kann, ist das für uns eine gute Lösung für ein plastikfreies und weitgehend veganes Leben.

Was man sich nach dem Film ganz naiv wünscht

Man hofft ja immer, dass sich mit so einem Film etwas bewegt. Versteht mich nicht falsch, ich möchte kein militanter Veganer oder Umweltschützer mit erhobenem Zeigefinger werden. Ich fände es nur manchmal schön, wenn die Menschen beim Konsum tierischer Produkte etwas bewusster vorgehen würden. Ich möchte nicht, dass jeder Vegetarier oder Veganer wird. Und wenn ich auch sonst nicht viel mit Attila Hildmann anfangen kann, finde ich seinen Grundsatz

„jede vegane Entscheidung ist eine gute Entscheidung“

sehr schön. Ich würde mir wünschen, dass dieser Satz etwas mehr Gehör finden würde. Denn keiner muss Veganer werden oder ein Leben lang auf Fleisch verzichten, aber eine vegane Mahlzeit im Monat/in der Woche/am Tag könnte schon sehr viel bewegen. Wie der Green Monday in den USA… und mit diesem Gedanken wünsche ich euch eine gute Woche mit der ein oder anderen veganen Entscheidung!

Veröffentlicht unter Filmtipps, Klima, Umwelt und wir, Literatur und weitere Infos, Schritte, die jeder gehen kann, Step by Step | Verschlagwortet mit , , , | 6 Kommentare